Uruguay ist neben Peru, Chile, Argentinien, Brasilien und Mexiko das einzige seriöse Wein produzierende Land Südamerikas.
Als es 1516 entdeckt wurde, war es von Indianern bevölkert, die nach zahlreichen Kämpfen praktisch vernichtet wurden. Die Kolonisation fand erst im 17. Jh. statt und nach vielen Gefechten mit Portugiesen und Spaniern wurde Uruguay 1766 ein Teil des spanischen Vizekönigreiches La Plata. Erst 1828 konnte die Republik Uruguay ausgerufen werden.
Uruguay ist das kleinste südamerikanische Land und bietet gute Voraussetzungen für die Produktion von Qualitätsweinen. Das Klima ist im Norden subtropisch, im Süden eher gemäßigt. Dort ähnelt es den klimatischen Verhältnissen von Südfrankreich, Italien oder Spanien, mit klar definierten Jahreszeiten. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 17,5 °C. Im ganzen Land fällt das ganze Jahr über Niederschlag, durchschnittlich 1.000 mm bis zu 1.400 mm / Jahr in den Gebieten im Norden.
Ab etwa 1890 begann der moderne und kommerzielle Weinbau in Uruguay, rund um die Hauptstadt Montevideo. Auch hier hat die südeuropäische Einwanderung den Weinbau stark geprägt. Die Auswahl der Rebsorten zeigt sowohl französischen als auch italienischen Einfluss.
Heute werden auf etwa 10.000 ha Rebfläche rund 900.000 hl Wein pro Jahr produziert. Die Traube zählt somit zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnissen Uruguays. Die größten Anbaugebiete liegen um Montevideo im Département Canelones, wo etwa 60 % der Weine erzeugt werden. Die meisten der kleineren Gebiete liegen entlang des Flusses Uruguay und am RÍo de la Plata.
Die am häufigsten angebaute Rebsorte ist der blaue Tannat, der tanninreiche, alkoholstarke Weine mit gutem Lagerpotenzial hervorbringt. Auch die russische Hybride Isabella sowie gewöhnliche Sorten wie Cabernet und Vidiella sind zu finden. Aus Italien sind die roten Sorten Barbera und Nebbiolo anzutreffen. Die wichtigsten Weißweintrauben sind Sémillon, Sauvignon Blanc, Pinot Blanc und Trebbiano.