Normandie
Im Nordwesten Frankreichs liegt die 30.000 km2 große Normandie, die im Westen an die Bretagne, im Osten an die Picardie und im Süden an die Regionen Pays de la Loire, Centre und Île de France. Im Norden wird die Normandie vom Ärmelkanal umgeben.
Die Nähe zum Atlantik beeinflusst das gemäßigte Klima mit häufigen Niederschlägen sowie geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Die Normandie wird von einer Vielzahl Flüssen – der größte ist die Seine – durchzogen. Etliche kleinere Küstenflüsse sorgen für eine reichliche Bewässerung des fruchtbaren Bodens in den unterschiedlichen Landschaften.
Anders als in den anderen Gebieten Frankreichs werden hier keine Trauben zur Weinherstellung angebaut. In der Normandie gedeihen sogenannte Mostäpfel, die für die Herstellung des bekannten moussierenden Apfelweines, dem Cidre, verwendet werden. Der Apfelbaumbestand dieser Region ist auf der Welt einzigartig.
In jedem Obstgarten wachsen zahlreiche Sorten, die zu einer der vier Mostapfeltypen gehören: süß, bittersüß, bitter oder sauer.
Die wichtigsten Kriterien sind der Gerbstoff und Säureanteil des Mostes. 48 verschiedene Sorten werden vom Gesetz her für die Zubereitung von Cidre empfohlen. Man geht davon aus, dass das beste Mischungsverhältnis aus 40 % süßen, 40 % bitteren und 20 % sauren Äpfeln besteht.
Herstellung des Cidre
Nach dem Ernten und Waschen der Äpfel werden diese in speziellen Obstmühlen zerkleinert, um beim Pressen eine höchste Saftausbeute zu erzielen. Anschließend wird der Saft in Fässer geleitet, in denen unter Luftabschluss die Gärung stattfindet, wobei sich Trubstoffe und Hefen am Boden absetzen. Um den Wein von diesen Stoffen zu trennen, wird er abgestochen und geklärt, bevor er zur Reifung übergeht.