Im Süden Südamerikas erstreckt sich der achtgrößte Staat der Erde mit knapp 2,8 Mio. km2 Fläche. Mit seinen derzeit 218.600 ha Rebfläche ist er nach den Vereinigten Staaten der größte weinerzeugende Staat außerhalb Europas und der fünftgrößte der Welt. Jährlich werden hier etwa
15 Mio. Hektoliter Wein produziert. Etwa 2,7 Mio. hl Wein werden exportiert. 40 % der Produktion entfallen auf Rotweine, 30 % auf Rosé und 20 % auf Weißwein. Der Rest wird als Tafeltrauben vermarktet.
Dreiviertel aller erzeugten Weine sind sehr einfache Tafelweine, zum unmittelbaren Konsum bestimmt. Mit über 31,6 l pro Kopf und Jahr zählen die Argentinier mit zu den größten Weintrinkern der Welt.
Die argentinischen Weinbaugebiete liegen zwischen dem 25. und 42. Breitengrad entlang den Bergketten der Anden. Der Anbau konzentriert sich um Mendoza und die nördliche Nachbarregion San Juan. Aus diesen beiden Regionen stammen etwa 90 % der gesamten argentinischen Weinproduktion. Die Anbaugebiete erstrecken sich von Norden nach Süden: Salta, Catamarca, La Rioja, San Juan, Mendoza, La Pampa, Rió Negro sowie einiger kleinerer Regionen.
Aufgrund der großen Nord-Süd-Ausdehnung hat Argentinien Anteil an zahlreichen Klima- und Vegetationszonen. Das Klima ist jedoch von starker Trockenheit geprägt. Jährliche Niederschlagsmengen von 200 – 300 mm und weniger sind durchaus normal. Aus diesem Grund ist eine künstliche Bewässerung unumgänglich. Das Wasser kommt aus den Anden und wird in mäanderförmigen Furchen durch die Weingärten geleitet.
Der Wein kam mit den spanischen Eroberern im Jahr 1556 nach Argentinien. Damals waren Kirche und Klöster für den Weinanbau verantwortlich. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Argentinien durch die Einwanderung französischer und spanischer Emigranten mit Erfahrung im Weinbau zu einem modernen Weinland.
Faszinierend am argentinischen Weinbau ist die Vielzahl der kultivierten Rebsorten im Vergleich zu anderen Ländern. Neben international gängigen Sorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot werden hier auch Rebsorten angepflanzt, die ihren Ursprung in Italien, Frankreich oder Spanien haben, z.B. Sangiovese, Barbera, Nebbiolo, Tempranillo oder auch Gewürztraminer. Mit Torrontés und Malbec gibt es in Argentinien zwei Rebsorten, die man fast nirgendwo auf der Welt mehr findet.