Max Sonntag
Robert Sonntag, Gründer der Firma, lebte bis 1933. In seine Nachfolge trat Max Sonntag, ein Neffe des Verstorbenen. Max hatte schon im Kleinstkindalter seine Eltern verloren und kam als Jugendlicher in die Neudorfer Familie. Er entschied sich ebenfalls für eine Ausbildung zum Drogisten und wurde 1923 Angestellter der Firma. Später arbeitete er als Geschäftsführer bei seiner Tante Marie und pachtete 1938 das Geschäftshaus.
1940 wurde Max Sonntag zum Kriegsdienst eingezogen und musste bis 1945 dienen.
Der Neuanfang wurde schwer. Trotzdem verstand es das Ehepaar Sonntag, ihre vergleichsweise günstigen wirtschaftlichen Gegebenheiten mit der Dorfbevölkerung zu teilen. Sonntags kochten sonntags in großen Kübeln Suppe. Jeder, der hungerte, durfte sich ein Maß abholen, solange der Vorrat reichte. Das war nicht selbstverständlich.
Obwohl die Rohstoffe zur Spirituosenherstellung in dieser Zeit zugeteilt wurden, kam es 1958 noch einmal zu drastischen Kürzungen. Mit der Streichung der Kontingente mussten auch die letzten Angestellten entlassen werden. Ende des selben Jahres übernahm der Konsum den kleinen Kolonialwarenladen. 1974 übernahm Tochter Isolde das Geschäft.
Mit der Wende öffneten sich auch für den Likörhersteller neue Marktmöglichkeiten. Neue Liköre in ansprechenden Flaschen füllen die Regale von Spirituosenhändlern weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus. Trotzdem prägt der traditionelle "Sonntag'sche" Magenbitter bis heute das Firmenprofil.