Die Herstellung von Tresterbränden basiert auf der Herstellung von Wein einerseits und der Kunst der Destillation andererseits. Über den genauen Ursprung und die Anfänge der Tresterdestillation gibt es verschiedenste, teils widersprüchliche Theorien. Fakt ist, dass der Name „Grappa“ 1451 in einem Testament erwähnt wird, worin ein piemontesischer Notar seinen Nachfahren unter anderem einen Keller mit einer Destillationsanlage und größeren Mengen hochprozentigem Inhalt vermacht: „unum ferrum ad faciendam aquavitem“ – Aquavit, der im selben Dokument präzisierend als „grape“ bezeichnet wird. Die Erben dürften sich gefreut haben, denn im 15. Jahrhundert wurde bereits reger Handel mit Grappa betrieben.
Im Mittelalter galt Tresterschnaps selbst als Armeleutegetränk, als Bauernfusel, was sicherlich auf die nicht optimierte Destillationstechnik zurückzuführen ist. Erste Vorschriften zur Herstellung von Tresterdestillaten stammen erst aus dem Jahre 1636. Um 1800 schließlich wurde die Destillation mit indirekter Befeuerung erfunden, d. h. erst ab diesem Zeitpunkt war eine schonende Destillation unter Zuhilfenahme eines Wasserbades möglich.
Durch weitere technische Optimierungen des Destillationsprozesses fanden Tresterbrände ab Mitte des 20. Jahrhunderts langsam auch Anerkennung weltweiter Feinschmecker.
Tresterbrände sind je nach Herkunftsregion unter verschiedenen weiteren Namen bekannt, insbesondere:
Deutschland: Trester, Tresterbrand, Tresterschnaps
Frankreich: Marc, z. B. Marc de Champagne
Italien: Grappa
Schweiz: Träsch
Ungarn: Törköly
Ähnlich, jedoch auf anderen Zutaten basierend, sind Traubenbrände wie der Pisco.