Gin / Genever
Als „Erfinder“ des Gins gilt der holländische Professor Franzius Sylvius de Bove, Doktor der Medizin an der Universität von Leyden. Sein mit Wacholderbeeren gewürztes Korndestillat war der direkte Vorläufer des heutigen Gins. Von seinem „Genièvre“ (frz. für Wacholder) leitete sich später auch die Bezeichnung Gin ab.
Im 17. Jahrhundert, als die Engländer Holland im Holländisch-Spanischen Krieg unterstützten, lernten sie das als Heilmittel gedachte Getränk kennen und brachten es mit auf die Insel. Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts nahm in England die Produktion von Gin einen enormen Aufschwung, jedoch mit den billigsten Herstellungsmethoden und oft schlechten Zutaten. Erst 1751 wurden die schlimmen Zustände durch eine verantwortungsvollere Gesetzgebung verringert: Steuern wurden erhoben und der Handel stand unter genauer Kontrolle. Den Londonern gefiel diese Teuerung gar nicht und so kam es 1760 zu Straßentumulten mit Protesten wie „No Gin – No King!“
Auch außerhalb Englands wurde der Gin bald zu einem beliebten Getränk. In den Jahren zwischen den Weltkriegen wurde Gin schließlich als internationale Spirituose bekannt, der sich verblüffend rasch in der ganzen westlichen Welt verbreitete.
London Dry Gin
Er besteht aus Neutralalkohol von mindestens 96 %vol und einer Vielzahl von Kräutern und Gewürzen, deren genaue Zusammensetzungen sorgsam gehütetes Geheimnis der einzelnen Firmen ist.
Geschmacksmerkmal muss Wacholder sein, daneben aber spielen zur Abrundung und Vollendung des ungeheuer differenzierten Aromas eines Weltklasse-Gins Koriander, Anis, Angelika, Lakritze, Kardamom, Zitrusschalen und viele andere Gewürze eine Rolle.
Diese Gewürzaromen werden auf zweierlei Weise, durch Destillieren oder durch Mazieren, in das fertige Produkt überführt.
Bei der ersten Methode streichen die beim Destillieren entstehenden Dämpfe des Neutralalkohols durch die auf einem Siebboden ausgebreitete Gewürzmischung
und nehmen deren Aromastoffe mit sich